Lokales Bildungskapital Speyer
Quelle: Stadt Speyer
Speyer gehört mit seinen 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zur Metropolregion Rhein-Neckar und bezeichnet sich selbst aufgrund seiner dichten Schullandschaft als "Schulstadt". Es gibt bereits eine Vielzahl von Initiativen, die sich der Weiterentwicklung der Bildungslandschaft in Speyer angenommen haben. Nun gilt es, bestehende Ansätze zusammenzuführen, aufeinander abzustimmen und sie in einen gesamtkommunalen Zusammenhang zu stellen.
Gesamtziel des Vorhabens ist es, die organisatorischen Strukturen der Verwaltung an die Bedingungen eines ganzheitlichen kohärenten Bildungsmanagements anzupassen. Aus dem im Nachklang der PISA-Studie in Speyer gegründeten Initiativkreis "PISA-lokal" geht im Vorhaben zum Programm "Lernen vor Ort" der "Innovationskreis Bildung" hervor. Diesem gehören Vertreterinnen und Vertreter der relevanten Dezernate und Ämter, der Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung, der Kirchen, Kammern und anderer Partner an.
Um die komplexen Prozesse zum Aufbau eines kommunalen und kohärenten Bildungsmanagements abzustimmen und zu steuern, wird eine Stabsstelle "Lernen vor Ort" im Schuldezernat angesiedelt. Diese Stabsstelle wird legitimiert, direkt in die einzelnen Ämter der Verwaltung hinein zu wirken. Gleichzeitig dient sie als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger für alle Phasen des Lernens im Lebenslauf sowie für sämtliche Institutionen. Partnerschaftlich begleitet und unterstützt wird das Vorhaben von der Johann Joachim Becher Stiftung.
Die Einführung des kommunalen Bildungsmanagements wird durch ein Bildungsmarketingkonzept begleitet, welches einen ressourcen- und zielgruppenorientierten Ansatz verfolgt. Lernangebote und Wissensdienstleistungen werden gebündelt, vermarktet und sollen auf die Lernwünsche und -bedürfnisse der Bevölkerung regionale Antworten geben. Ziel der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit ist es, Lernanreize zu geben sowie die Zukunftsbedeutung von Bildung zu verbreiten und die Bildungsnachfrage zu steigern.
Im Kernbereich Bildungsberatung ist geplant eine Beratungsstelle einzurichten, die im Bürgerbüro und im Weiterbildungszentrum angesiedelt ist und das Beratungsangebot im Hinblick auf die Bedarfe der Unternehmen in der Region auszubauen. Ein Beobachtungs- und Analysesystem soll entwickelt und angewendet werden, um eine ganzheitliche Bildungsplanung zu gewährleisten. Beim Bildungsmonitoring werden die erhobenen Daten evaluiert, um Ursachen- und Wirkungszusammenhänge herzustellen und die Ergebnisse der Analyse in die Weiterentwicklung eines kohärenten Bildungssystems einfließen zu lassen. Bei den Bildungsübergängen will sich die Stadt Speyer auf die Schnittstellen Kita/Grundschule und Schule/Beruf konzentrieren und Modelle zur Gestaltung der Übergänge entwickeln. Das Netzwerk kommt den Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern dann über die einzurichtende Ausbildungs- und Praktikabörse entgegen, da über dieses Forum einfach und regional auf Fachpersonal zugegriffen werden kann.
Im Aktionsfeld "Familienbildung / Elternarbeit" sollen Familien, insbesondere Alleinerziehende, durch ein "Rundum-Paket" mit vielfältigen Angeboten der Netzwerkpartner unterstützt werden. Die "Speyerer Bildungskarte" soll als Bonus-System für Bildungs- und Freizeitaktivitäten angeboten werden. Es ist auch beabsichtigt ein Familienbildungsprogramm zu entwickeln, die Angebote zum Wiedereinstieg für Frauen nach der Familienphase zu erweitern und dem Bedarf anzupassen. Im Schwerpunkt "Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft" sollen u. a. 20 örtliche Unternehmen zu einem Kompetenznetzwerk "Ausbildung" verknüpft werden, das die Bildungslandschaft in Speyer entscheidend mitgestaltet.
Kontakt:
Stadt Speyer
Lernen vor Ort - Lokales Bildungskapital Speyer
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Jutta Henkel, (06232) - 14 2292, jutta.henkel@stadt-speyer.de
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